Modernisierung des MIK Museum Industriekultur Wuppertal

Im Rahmen eines umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsprogramms für MIK Engels-Haus und MIK Frühindustrialisierung werden die Ausstellungsgebäude des Zentrums für Stadtgeschichte und Industriekultur ertüchtigt und saniert. Hierzu wurde die Dauerausstellung in Engels-Haus, Reddehasesche Remise und Kannegießersche Fabrik geräumt. Aufgrund der schrittweisen Entwicklung des Museums in den vergangenen vierzig Jahren sind die Gebäudeteile solitär gewachsen. Es ist daher notwendig, die unterschiedlichen historischen Gebäudeteile unter einem inhaltlichen und baulichen Gesamtkonzept zusammenzuführen. Dazu soll die Beziehung der Baukörper neu definiert werden, indem sie durch ein zentrales Besucherzentrum verbunden werden. 


MIK Engels-Haus

Das Engels-Haus aus dem Jahre 1775 stellt ein idealtypisches Beispiel der bürgerlichen Bau- und Wohnkultur im Zeitalter der Frühindustrialisierung dar. Sein besonderer Charakter als historisches Bauobjekt soll künftig selbst zur Wirkung kommen - sozusagen als ein begehbares Exponat, das dem Besucher authentische Einblicke verleiht. Dazu ist eine weitgehende Rückführung des Gebäudes in seinen historischen Erbauungszustand geplant. Durch Ertüchtigung der Funktionalitäten soll das Engels-Haus auch künftig eine Dauerausstellung zu Leben und Werk von Friedrich Engels präsentieren. Das Engels-Haus bietet einerseits Informationen über die Lebensgeschichte (Familie, Ausbildung, berufliche und private Lebensverhältnisse) des Friedrich Engels als Unternehmer und Praktiker modernen Wirtschaftshandelns. Andererseits stellt die Darstellung der technik-, wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Entwicklung die Biographie in den Kontext der Industrialisierung. 

Die Wiedereröffnung des MIK Engels-Haus​​​​​​​ ist rechtzeitig zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels am 28.11.2020 geplant.


MIK Frühindustrialisierung

Die Dauerausstellung im MIK Frühindustrialisierung soll im Rahmen des umfassenden Modernisierungs- und Sanierungsprogramms (Weiterentwicklung des Historischen Zentrums) realisiert werden. Das Wuppertal wird als frühe Pionierregion der Industrialisierung auf dem europäischen Kontinent gezeigt. Voraussetzungen, Ablauf und Folgen der Industrialisierung (technisch, wirtschaftlich, sozial und ökologisch) sind die leitenden Themen der neuen Sonderausstellung, die den spezifischen Industrialisierungspfad im Wuppertal nachzeichnen wird. Ziel der Dauerausstellung ist es, die frühe Industrialisierungsgeschichte Wuppertals in einem breiten historischen Kontext zu vermitteln.

Die Besucher sollen in die Lage versetzt werden, über die historische Reflektion Verbindungen zu Gegenwartsproblemen herzustellen. Damit nimmt die Dauerausstellung eine wichtige Brückenfunktion wahr, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart vermittelt und Orientierungswissen für die Zukunft bereitstellt.  Einige historische Geräte und Maschinen werden betriebsbereit gehalten und den Besuchern vorgeführt, um deren Funktionsweise nachvollziehbar und verständlich zu machen. So erhalten die Besucher einen faszinierenden Eindruck von den historischen Arbeitsverfahren und können selber Hand anlegen. Auf Grund der Gebäudestatik soll ein Großteil der Maschinen gebündelt im Erdgeschoss der Remise präsentiert werden. Die Dauerausstellung wird gefördert vom Landschaftsverband Rheinland.

Im Erdgeschoss der Kannegießerschen Fabrik wird in Zukunft ein Cafe/Bistro mit attraktivem Außenbereich und ein Museumsshop für die Besucher zur Verfügung stehen.

 


Neues Besucherzentrum

Das städtische Gebäudemanagement (GMW) hat einen neuen Entwurf für das Besucherzentrum von MIK Frühindustrialisierung und MIK Engels-Haus vorgelegt. Der neue Entwurf sieht vor, die Baukonstruktion an vielen Stellen zu vereinfachen. So wird die Gründung weniger aufwendig, da das neue Gebäude nicht direkt an die historischen Nachbarn herangebaut wird und keine aufwendigen Sicherungen der Fundamente nötig sind. Stattdessen wird der Verbindungsbau mit verglasten Stegen mit dem MIK Engels-Haus und dem MIK Frühindustrialisierung verbunden. Außerdem bekommt er drei Geschosse, auf die die Funktionalitäten verteilt werden. So ist beispielsweise das Foyer vom Veranstaltungsbereich getrennt – was möglich macht, dass beides gleichzeitig genutzt werden kann. „Das Gebäude wird mit seinem luftigen Foyer eine große Transparenz haben und Einblicke in die historischen Museumsbauten bieten“, erklärt GMW-Architektin Stefanie Hentrich. Energietechnisch wird das neue Entree auf dem aktuellsten Stand sein: Mit intelligentem, von außen installiertem, transparentem Sonnenschutz aus Metallgewebe, mit einem Gründach und höchster Energieeffizienz. Außerdem wird es in jeder Hinsicht barrierefrei – mit Rampe, Aufzug und einem Leitsystem für Sehbehinderte.

Oberbürgermeister Andreas Mucke ist begeistert von dem neuen Entwurf: „Das GMW hat sich mit seinen kreativen Kolleginnen und Kollegen Gedanken gemacht, und dabei ist diese tolle Lösung herausgekommen. Der neue Entwurf für das Museumsfoyer trägt und inszeniert das Gebäude-Ensemble, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Unser Historisches Zentrum wird dadurch insgesamt aufgewertet und mehr Besucher anziehen. Und: Die Kosten bleiben im Rahmen!“ Eine Erleichterung auch für den Kulturdezernenten: „Damit haben wir zum Ende des Engelsjahres eine neue, moderne Eingangssituation für das Historische Zentrum“, erklärt Matthias Nocke. So stehe der neuen Präsentation der Dauerausstellung, die ebenfalls vom Land gefördert wird, nichts mehr im Wege. Auch Museumsdirektor Dr. Lars Bluma begrüßt den neuen Entwurf – sowohl von der Funktionalität als auch von der Ästhetik.

Der Neubau wird zum Beginn des Engelsjahres noch nicht fertiggestellt sein. Die vollständige Funktionalität wird voraussichtlich Mitte 2022 zur Verfügung stehen.

(Vollständige Pressemitteilung der Stadt Wuppertal: https://www.wuppertal.de/presse/meldungen/meldungen-2019/oktober19/neuplanung-historisches-zentrum.php)


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