Restaurierung im Engels-Haus abgeschlossen

Restaurierung im Engels-Haus abgeschlossen

GMW übergibt Engels-Haus an das MIK Museum Industriekultur Wuppertal

Im Jahr 2017 wurde eine umfangreiche Bauforschung durchgeführt – die erste in Wuppertal überhaupt. Dabei begutachteten Restauratoren Stein und Raumfassung (Putz und Stuck), Holz (Fachwerk, Fenster, Treppen), Tapeten sowie Metall (Geländer und Gitter). In Zusammenarbeit mit den Restauratoren, der Unteren Denkmalbehörde und dem Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal (GMW) erstellte das auf Denkmalschutz spezialisierte Architekturbüro Hebgen ein ausführliches Gutachten über das in Fachwerkbauweise mit Lehmausfachungen und Lehmputz errichtete und mit Schiefer verkleidete Haus.

Wertvolle Tapete im Musikzimmer freigelegt

Seit 2018 liefen umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten im und am Gebäude – durchgeführt von Betrieben, die noch die entsprechenden traditionellen Handwerkstechniken beherrschen: Dach und Fassaden wurden neu verschiefert; Fenster und Fensterläden wurden restauriert; historische Holzbauteile wie Türblätter und -zargen, Fußleisten und Treppe wurden neu aufgearbeitet; Natursteinsockel und Gewölbe des Gebäudes wurden gereinigt und mit einer Schutzschicht versehen. Das Parkett wurde Stück für Stück nummeriert, aufgenommen, aufbereitet und wieder eingesetzt. Selbst als die Arbeiten schon in vollem Gange waren, hielt das Engels-Haus noch positive Überraschungen parat: So wurde zum Beispiel während der großflächigen Abtragung von Schichten im Musikzimmer im Erdgeschoss eine dort nicht vermutete wertvolle Tapete freigelegt, die nun mit einer Schutzschicht versehen und zu einem kleinen Teil zu sehen ist.

Am 28. November 2020 wird das Engels-Haus als Museumsstandort wiedereröffnet und dann als ein Standort des Museums für Industriekultur offiziell den Namen MIK Engels-Haus tragen. „In der neu konzipierten Dauerausstellung wird Leben und Werk des berühmtesten Sohns Wuppertals gezeigt und ein faszinierender Einblick in die bürgerliche Alltagskultur der pietistischen Unternehmerfamilie Engels gegeben. Besonders bemerkenswert sind hier das Musikzimmer der Familie Engels mit aufwendigen Stuckarbeiten sowie das repräsentative Tapetenzimmer, dessen farbige Darstellung von Fluss- und Küstenlandschaften bis heute beeindrucken“, gibt Dr. Lars Bluma, Leiter des Historischen Zentrums Wuppertal, einen Ausblick. Neben der (Bau-)Geschichte des Gebäudes werden in Zukunft im Engels-Haus auch authentische Möbel wie zu Lebzeiten Engels‘ zu sehen sein. Zudem können einige Exponate aus der Engels-Sonderausstellung (15. Mai bis 20. September in der Kunsthalle Barmen/Haus der Jugend) – wie beispielsweise das Taufkleid von Friedrich Engels – ab 28. November 2020 in der neuen Dauerausstellung betrachtet werden.

Insgesamt 789 Quadratmeter Grundfläche

Das Museum wird das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss belegen, die Räume in der Mansarde und im Dachgeschoss werden für Büros des Historischen Zentrums Wuppertal genutzt. Der Gewölbekeller kann vereinzelt im Rahmen der Museumsnutzung, zum Beispiel für Führungen, genutzt werden. 

Die Kosten für die Bauforschung belaufen auf sich auf etwa 500.000 Euro, für die Sanierung und Restaurierung wurden rund 3,8 Millionen Euro veranschlagt. Gefördert wird die neukonzipierte Dauerausstellung im Engels-Haus vom Landschaftsverband Rheinland. 

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